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Freitag, 29. Mai 2020

Übersicht der wichtigsten Boxverbände: WBA, WBC, IBF & WBO

Veröffentlicht : 13.02.2020 19:49:29
Kategorien : Profiboxer // Wissen

Übersicht der wichtigsten Boxverbände: WBA, WBC, IBF & WBO

Im Profiboxen gibt es anders als bei vielen anderen, bekannten Sportarten nicht nur einen Weltverband, sondern gleich mehrere. Deswegen gibt es beim Boxen auch mehrere Weltmeister. Dominiert wird der Boxsport von vier großen Boxverbänden: Die World Boxing Association (WBA), das World Boxing Council (WBC), die International Boxing Federation (IBF) und die World Boxing Organization (WBO). Diese Verbände richten offizielle Boxkämpfe aus und verleihen Weltmeistertitel, die international angesehen sind und auch von den Boxverbänden untereinander anerkannt werden. 

Wieso gibt es mehrere Boxverbände? 

Weltweit gibt es im Profiboxen zahlreiche Boxverbände, die auf nationaler und internationaler Ebene Kämpfe ausrichten. Grund dafür: Die Verbände im Boxen sind Unternehmen, die eher gewinnorientiert handeln und sich daher weniger als sportliche Verbände sehen. Die Gebühr der Verbände für einen Kampf liegt in der Regel bei etwa drei Prozent der Kampfbörse. Deswegen wollen viele Verbände bekannte und publikumsnahe Boxer gegeneinander antreten lassen, um den Kampf besser vermarkten zu können. 

Die wichtigsten Boxverbände: WBA, WBC, IBF und WBO

Durchgesetzt haben sich vier Boxverbände, die aktuell als die bedeutendsten Federationen angesehen werden. Dies sind die World Boxing Association (WBA), das World Boxing Council (WBC), die International Boxing Federation (IBF) und die World Boxing Organization (WBO), welche wir euch nun genauer vorstellen.

Boxverband: World Boxing Association (WBA)

Gegründet wurde die WBA 1920 unter dem Namen National Boxing Association (NBA) im kleinsten US-Bundesstaat Rhode Island. Erst 1962 wurde der Name zu World Boxing Association geändert. Damit ist sie der älteste Boxverband der „großen Vier“. Der heutige Sitz des Verbandes liegt in Venezuela. Der erste Kampf, den die heutige WBA ausgerichtet hat, war der Schwergewichtskampf zwischen Jack Dempsey und Georges Carpentier im US-Bundesstaat New Jersey. Einer der größten Boxstars der WBA ist bis heute Joe Louis. Der US-amerikanische Boxer gewann erstmalig 1937 den Titel und hielt diesen bis 1949.

Homepage: https://www.wbaboxing.com/ 

Boxverband: World Boxing Council (WBC) 

Kurz nach der Namensänderung der WBA wurde im Februar 1963 das World Boxing Council (WBC) in Mexiko-Stadt gegründet. Erst im Jahr 1978 hatte das WBC mit Ken Norten seinen eigenen Schwergewichtsweltmeister. Dennoch gilt der Verband als einer der am geschicktesten gemanagten Verbände, da er mit Floyd Mayweather, Manny Pacquiao und Hasim Rahmen viele bekannte Titelträger vermarktet hat.

Im Jahr 1998 entkam das WBC knapp einem Bankrott. Grund dafür war der amtierende Titelträger Roy Jones Jr, der überlegte, in Zukunft nicht mehr im Halbschwergewicht kämpfen und die Gewichtsklasse wechseln zu wollen. Der Verband deutete dies als feste Aussage und arrangierte einen Kampf zwischen dem inzwischen verstorbenem Graciano Rocchigiani und Michael Nunn, den Rocchigiani gewann. Als Jones seine Aussage zurücknahm und den Titel zurückbekam, verklagte Rocchigiani das WBC auf rund 31 Milliarden Dollar. Erst 2004 willigte Rocchigiani in einen Vergleich über 4,5 Millionen Dollar ein. Dies sicherte das finanzielle Überleben des WBC.

Homepage: https://www.wbcboxing.com/ 

Boxverband: International Boxing Federation (IBF) 

1983 hat sich die International Boxing Federation (IBF) aus der regionalen Meisterschaftsorganisation United States Boxing Association (USBA) gebildet. Während einer jährlichen Versammlung in Puerto Rico, unterlag Bob Lee bei der Wahl zum Vorsitzenden gegen Gilberto Mendoza. Daraufhin trat Lee zurück und gründete mit einigen seiner Gefolgsleute eine eigene Organisation, die IBF. Noch heute befindet sich der Verbandssitz im US-amerikanischen New Jersey.

Der erste Weltmeister der neu gegründeten IBF war Marvin Camel, ein früherer WBC-Weltmeister im Cruisergewicht. Als der US-amerikanische Boxer Larry Holmes seinen WBC-Titel abgab, um als IBF-Weltmeister anerkannt zu werden, etablierte sich die IBF als den dritten großen Boxverband. 1999 musste auch die IBF um ihre Existenz fürchten. Der ehemalige Präsident Bob Lee musste wegen illegaler Handlungen zurücktreten. 2001 wurde er zu 22 Monaten Haft wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche verurteilt. Für den Boxverband war dies ein großer Imageverlust.

Homepage: https://www.ibf-usba-boxing.com/ 

Boxverband: World Boxing Organization (WBO) 

Der vierte, große Boxverband ist die World Boxing Organization (WBO). Gegründet wurde sie von einer Gruppe Geschäftsleuten 1988 in San Juan in Puerto Rico, ebenfalls aus Protest gegen die WBA. Grund für den Protest waren die Regeln und Bewertungssysteme der WBA, die die Geschäftsleute ablehnten. Im ersten Kampf der WBO gewann Thomas Hearns gegen James Kinchen im Super-Mittelgewicht. Einige Jahre nach der Gründung ernannte die WBO den ehemaligen Weltmeister im Halbschwergewicht, José Torres zu ihrem neuen Präsidenten. Mit dem neuen Präsidenten erlangte der Verband mehr Anerkennung und konnte den Einfluss der Organisation bedeutend vergrößern. In den vergangenen Jahren konnte die WBO viel erreichen, um sich zwischen der WBA, dem WBC und der IBF zu etablieren. Dennoch wird der Verband vor allem in den USA noch immer nicht auf Augenhöhe mit dem anderen drei Weltverbänden gesehen.

Homepage: https://www.wboboxing.com/ 

Nur ein Boxverband beim Amateurboxen 

Nur im Profiboxen gibt es mehrere Weltverbände. Im Amateurbereich ist die Association Internationale de Boxe Amateure (AIBA) der alleinige internationale Amateur-Boxverband. Deswegen gibt es dort auch nur einen Box-Weltmeister pro Gewichtsklasse. Grund dafür: Die Zulassung des Boxens für die Olympischen Spiele soll nicht gefährdet werden.

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