Freitag, 17. August 2018

Tyson Fury: Wie geht es weiter?

Veröffentlicht : 11.06.2018 22:53:02
Kategorien : Profiboxer // Veranstaltung

Tyson Fury: Wie geht es weiter?

Zweieinhalb Jahre stand Tyson Fury bis zum vergangenen Samstag nicht mehr Ring. Zweieinhalb Jahre nach seinem größten Erfolg, dem verdienten und einstimmigen Punktsieg über den damaligen Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko. Jetzt hat der „Gypsy King“ in Manchester ein erfolgreiches Comeback gefeiert, besiegte den harmlosen Sefer Seferi problemlos in der vierten Runde vorzeitig. Nach mehreren guten Treffern des Briten hatte Seferi genug und gab in seiner Ecke auf. Es war der erste Schritt zum großen Ziel Furys: dem erneuten Gewinn der Weltmeisterschaft im Schwergewicht!

Doch wie geht es nun für den 2.06-Meter-Hühnen weiter, der für seine Show-Einlagen mindestens genauso bekannt ist wie für seine boxerischen Fähigkeiten? Sein Promoter Frank Warren gab noch im Ring in Manchester bekannt, dass sein Schützling schon am 18. August in Cardiff/Wales wieder in den Ring steigen wird. „Tyson braucht noch Zeit und einige Kämpfe. Vor seinem nächsten Auftritt muss er auch noch ein bisschen Gewicht verlieren“, sagte Warren. „Die Gegner werden von Kampf zu Kampf stärker werden. Wir müssen realistisch bleiben, er muss erstmal den Ringrost loswerden. Das Ziel ist es, ihn so schnell wie möglich auf einen WM-Kampf vorzubereiten.“

In seiner typischen Art wurde Fury selber direkter: „Ich werde heute Abend nach Hause gehen und eine Pizza essen. Ab Montag wird dann wieder trainiert. Und bis zum Ende des Jahres werde ich wieder Weltmeister sein.“ Großes Interesse an der Wahl seines nächsten Gegners hat er indes nicht: „Es mir völlig egal, wen mein Promoter aussucht. Das sind sowieso alles Penner. Auch Wilder, Joshua und Parker sind keine Gegner für mich.“

Bevor er das aber im Ring unter Beweis stellen kann, wird noch ein wenig Zeit vergehen. „Ich glaube, dass Anthony Joshua im September gegen Alexander Povetkin boxen wird“, so Warren. „Er wäre also erst nächstes Jahr wieder verfügbar. Deontay Wilder steht ebenfalls eine Pflichtverteidigung bevor. Wir werden einen Schritt nach dem anderen gehen und Tyson immer bessere Gegner besorgen.“

Doch welche Optionen - abgesehen von den großen Duellen gegen Joshua und Wilder, die wohl frühestens im nächsten Jahr eine Option werden - hat der 29-jährige Schwergewichtler? Drei Namen tauchten in letzter Zeit immer häufiger in den britischen Medien auf: David Price, Tony Bellew und der reguläre WBA-Champion Manuel Charr aus Köln. Für den 18. August dürfte höchstens Price in Frage kommen, der vor zwei Monaten gegen Povetkin einen guten Kampf zeigte, aber in der fünften Runde schwer KO ging - bereits zum fünften Mal in seiner Karriere. Nichts desto trotz wäre Price eine klare Steigerung im Vergleich zu Seferi und eine erste Standortbestimmung für Fury nach seiner langen Pause.

Kämpfe gegen Bellew oder Charr dürften Fury und sein Team hingegen für das Jahresende anvisieren. Gerade Bellew, der zuletzt mit zwei KO-Siegen über David Haye überraschte, rührt schon mächtig die Werbetrommel: „Ich werde den großen Kerl, Tyson Fury, ausknocken. So einfach ist das.“ Ein etwaiges Duell wäre für beide Athleten finanziell sehr lukrativ und dürfte hohe TV-Einnahmen garantieren. Der Kölner Charr hingegen wäre wohl die einzige Möglichkeit für Fury, noch in diesem Jahr an einen WM-Titel zu kommen - auch wenn es „nur“ der reguläre Gürtel der WBA ist, dem Verband, der Anthony Joshua als Super-Champion führt. Der 33-jährige „Diamond Boy“ bekundete bereits Interesse an einem Kampf gegen Fury, sagte dem Kölner „Express“: „Egal wann, egal wo.“

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