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Donnerstag, 5. Dezember 2019

Skandal in New York: Persoon verliert gegen Taylor!

Veröffentlicht : 05.06.2019 11:08:44
Kategorien : Profiboxer // Veranstaltung

Skandal in New York: Persoon verliert gegen Taylor!

Großer Kampf mit bitterem Ende - im Vorprogramm der schockierenden Niederlage von Schwergewichts-Weltmeister Anthony Joshua gegen Andy Ruiz am vergangenen Samstag im altehrwürdigen Madison Square Garden von New York hätte die Belgierin Delfine Persoon um ein Haar für die zweite Sensation des Abends gesorgt. Die WBC-Weltmeisterin im Leichtgewicht setzte ihren Titel gegen die ungeschlagene Dreifach-Championesse Katie Taylor aufs Spiel - und dominierte das Duell mit dem britischen Superstar über weite Strecken der Distanz von zehn Runden. Doch während ein Großteil der Zuschauer und Journalisten am Ring und vor den Fernsehgeräten die Außenseiterin aus Belgien am Ende klar in Front wähnten, waren die drei, letztlich entscheidenden, offiziellen Punktrichter gänzlich anderer Meinung: Zwei sahen Taylor mit 96-94 vorne, der Dritte wertete den Kampf 95-95. Ein mehrheitlicher Punktsieg für eine der bekanntesten Boxerinnen der Welt - und nicht weniger als ein handfestes Fehlurteil.

Vor der skandalösen Wertung der Punktrichter lieferten sich Persoon und Taylor eine erbitterte Ringschlacht und machten auf der größten Bühne die beste Werbung für ihren Sport. Die WBC-Titelträgerin kannte von Beginn an nur den Weg nach vorne, setzte Taylor Runde für Runde mehr unter Druck und behielt im oft furiosen Schlagabtausch zumeist die Oberhand. Doch auch Taylor setzte den ein oder anderen Wirkungstreffer, nicht umsonst war Persoon nach dem Schlussgong im Gesicht schwer gezeichnet. Am Ende war es aber regelmäßig die Außenseiterin, die die besseren Hände im Ziel hatte - besonders in der achten Runde, als Taylor nach einer schweren rechten Geraden von Persoon gar in die Seile wankte. Auch in den Schlussrunden behielt die Belgierin die Oberhand, so dass das Urteil nach dem Ende des Kampfes nur noch eine Formalität zu sein schien. Doch dann sorgten die Punktrichter dafür, dass dieser exzellente Boxkampf mit einem äußerst faden Beigeschmack endete und kürten Taylor zur Siegerin.

„Dies hätte ein wunderschönes Kapitel in der Geschichte des Boxsports werden können, aber darum wurden wir betrogen“, sagte Persoon in einem Interview mit der belgischen Sudpresse. „Heute hat jeder gesehen, was passiert ist - und jeder weiß, dass es eine Schande gewesen ist. In meinen Augen habe ich den Kampf nicht verloren. Wir werden Protest einlegen, aber da mache ich mir keine große Hoffnung.“

Immerhin machte Taylors Promoter Eddie Hearn Persoon bereits Hoffnung auf ein verdientes Rematch - um seinem Schützling, wie er sagte, die Chance zu geben „jeden Zweifel aus dem Weg zu räumen“.

Foto: Melina Pizano

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