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Sonntag, 16. Dezember 2018

Radovan muss sich mit Unentschieden begnügen

Veröffentlicht : 03.12.2018 19:31:11
Kategorien : Profiboxer // Veranstaltung

Radovan muss sich mit Unentschieden begnügen

Es war das erwartet harte Stück Arbeit für Denis Radovan. Und am Ende musste sich der Kölner Jungstar aus dem Sauerland Stall bei seinem „Heimspiel“ am Samstagabend in der Schwalbe-Arena von Gummersbach gegen den erfahrenen Ronny Mittag mit einem Unentschieden begnügen und konnte so erstmals in zwölf Kämpfen als Profi den Ring nicht als Sieger verlassen.

Dabei sah es in den Anfangsrunden gut für den 26-Jährigen aus: mit seinen schnellen und präzisen Aktionen konnte er gegen den aggressiv agierenden Mittag Punkte sammeln. Doch das angeschlagene Tempo konnte Radovan nicht über die volle Distanz aufrecht erhalten und so fand Mittag ab der sechsten Runde besser und besser in das Duell. Es entwickelte sich ein packendes Gefecht mit guten Aktionen auf beiden Seiten - doch es war nun Mittag, der in den Schlagabtauschen das bessere Ende für sich inne hatte. Und so kam es nach einer intensiven zehnten und letzten Runde wie es kommen musste: die Punktzettel wurden zur Rate gezogen. Beide Boxer fühlten sich als Sieger, die Offiziellen am Ring sahen den heimlichen Hauptkampf des Abends aber letztlich Unentschieden (96-94 Radovan, 96-94 Mittag, 95-95). „Ich habe die ersten vier und letzten beiden Runden bei mir gesehen“, kommentierte Radovan beim übertragenden TV-Sender SPORT1 die Entscheidung. „Aber unentschieden ist ok. Ich glaube, dass das Publikum damit leben kann.“ Auch Mittag haderte etwas mit dem Urteil und sagte: „Am Anfang musste ich hart kämpfen. Aber die letzten Runden habe ich eher bei mir gesehen, also kein Unentschieden.“ Im Anschluss bekundeten beide Boxer ihr Interesse an einem Rückkampf.

Ein kleiner Schock dann nach dem Duell: Radovan musste zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden - das junge Talent hatte sich gleich beide Trommelfelle gerissen, befindet sich aber bereits wieder auf dem Wege der Besserung.

Im Hauptkampf des Abends konnte sich Deniz Ilbay, der zweite Kölner Boxer, der in Gummersbach mit von der Partie gewesen ist, einstimmig nach Punkten gegen Denis Krieger durchsetzen und sich somit zum Deutschen Meister im Weltergewicht krönen. Am Ende sahen die Punktrichter den Kampf deutlich mit 99-90, 98-90 und 97-92 bei Ilbay - für den der Sieg aber trotzdem ein ungeahnt schwieriges Unterfangen gewesen ist.

Denn bereits von Beginn an befanden sich beide Boxer im offenen Schlagabtausch miteinander und suchten ihr Heil in der Offensive. Ilbay war dabei zwar überlegen, doch Krieger steckte nie auf - auch nicht, nachdem er in Runde fünf angezählt wurde. Wenig überraschend zollte Ilbay seinem Kontrahenten nach dem Kampf größten Respekt: „Wir haben beide Gas gegeben. Wir haben den Leuten gezeigt, was wir draufhaben. Er ist eine super Zukunft für das Weltergewicht. Was andere nicht geschafft haben, habe ich geschafft: er wurde angezählt.“ Dass der 28 Jahre alte Krieger nach dem Niederschlag aber eher stärker wurde, überraschte Ilbay nicht: „Nach dem Niederschlag dachte ich nur, ‚Die Mistsau, die dreht jetzt richtig auf‘.“

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